Zum Absch(l)uss freigegeben

10 01 2008

Yeah am Strand

Endlich ist es soweit, meine erste richtige Reise durch Australien steht unmittelbar bevor. Morgen in der Frueh, am 11.01.2008, geht mein Flieger nach Alice Springs, den ich mit Anne entern werde und in dem ich hoffentlich einen Fensterplatz in Beschlag nehmen werde koennen. Ich moechte naemlich unbedingt die unendlichen Weiten Australiens, dieses vor Hitze flirrende Wuestenmeer unter mir betrachten koennen. Es muss wohl ein atemberaubender Anblick sein, bis zum Horizont, so weit wie man schauen kann, nur roten Wuestensand zu sehen!

Das Reisefieber hat mich vollends gepackt. Australien ist ein weites Land und strotzt nur so vor krassen landschaftlichen Gegensaetzen und unberuehrten Plaetzen, die entdeckt werden moechten. Und damit fangen Anne und ich morgen an – zugegeben, unsere Route wird uns durch hoechst touristisches Gebiet fuehren, aber irgendwo muss man ja anfangen. Da wir beide noch ueberhaupt nicht aus Sydney herausgekommen sind, ist es besser, erstmal auf erschlossenem Terrain zu verbleiben.

Fruehstueck mit Champagner und Anne und Christiane

Die Rahmenbedingungen haben wir in den letzten Tagen gesteckt. Unstet und spontan wie das Backpackerleben ist, haben wir alles recht kurzfristig geplant. Nun sind die Uebernachtungen in den Hostels in Alice Springs und Cairns gebucht und unser Reisemobil wartet bezahlt und reserviert in Cairns. ‚Mobil‘? Richtig gelesen, wir mieten uns einen Campingwagen und fahren damit die Ostkueste Australiens ab. Und der Camper ist nicht ein profaner 08/15-Camper wie man ihn auch in Holland finden koennte, sondern ein durchgeknalltes Hippie-Gefaehrt von wickedcampers. Jedes dieser Gefaehrte ist quietschbunt bemalt, teilweise mit schraegen Motiven wie Elton John oder  Homer von den Simpsons oder Elvis oder… egal, jedenfalls ein abgefahrenes Unikat. Bemalt werden die Wagen von Backpackern, unter denen sich diese Autovermietung uebrigens eines gewissen Kultstatus erfreut. Es sind auch, glaube ich, nur solche durchgeknallten Rucksacktouristen dazu bereit, sich in einem Vehikel eines Alters von bis zu anderthalb Dekaden auf den Weg durch Australien zu machen. Aber keine Sorge, wir sind versichert und es gibt einen Pannennotrufservice, der im Preis mit inbegriffen ist. Ausserdem sind wir jung, vital und leidensfaehig…

Sapphire Princess

Den heutigen – im Ubrigen letzten Tag in meiner derzeitigen Wohnung – habe ich mit Aufraeumen, Sortieren und Ausmisten und ordnen der Fisimatente, die sich im Laufe der drei Monate kummuliert haben, verbracht. Die letzte Waesche ist gewaschen, der Rucksack zum Packen vorbereitet und alles noetige fuer die Reise zurechtgelegt. Zwischendurch war ich noch mit der Loesung einer Krisensituation beschaeftigt, denn ploetzlich hiess es seitens der Autovermietung, dass das von uns angeforderte Fahrzeug nicht erhaeltlich fuer eine solch ‚kurze‘ Mietdauer von zehn Tagen sei. Nach einigem Hin und Her, heissen Telefonaten, hektischen E-Mail-Korrespondenzen und einer panischen Suche nach einem anderen Gefaehrt, hat sich im Endeffekt doch alles klaeren lassen und ist beim alten geblieben. Puh.

Somit kann die Reise morgen definitiv entspannt angetreten werden; das Taxi zum Flughafen ist auch schon gebucht.

Apropos: Ich habe heute nicht nur einen schnoeden weissen Ford Falcon gebucht, sondern etwas viel exotischeres.

Feiner weisser Sandstrand, der unter den Fuessen sanft nachgibt, kristallklares Meereswasser und eine exotische Vegetation, eingebettet in einer traumhaft schoenen und aufregenden Landschaft, wie in einem maerchenhaften Diorama – wonach hoert sich das wohl an?

I have a dream

Ich verrate es euch. Es ist der Ort, an dem ich Anfang Mai von Sydney aus eintrudeln werde: Die Suedseeinsel Tahiti! Mitten im Suedpazifik gelegen und zu Franzoesisch Polynesien gehoerend, ist Tahiti der Inbegriff paradiesischer Zustaende, von denen schon vor Jahrhunderten Menschen fantasiert haben. Diesen sagenumwobenen Ruf konnte sich diese winzige Inselgruppe bis heute bewahren, trotz aller ‚Globalisierung‘. Es ist immer noch nicht sonderlich einfach und billig, dort hinzugelangen und vor allem letzteres fuehrt dazu, dass die Inseln nicht von der Krankheit Massentourismus befallen worden sind. Zu den wenigen Privilegierten, fuer die die Legende ‚Suedsee‘ wahr wird, stosse ich eben bald hinzu. Nicht, dass ich den australischen Lotto-Jackpot geknackt haette, nein, nein. Ich habe nur Wege gefunden, wie man sich einen solchen Ausflug relativ preiswert gestalten kann. Ausserdem werde ich hier in Australien weiterhin fleissig arbeiten um ueber die Runden zu kommen und mir relaxte zwei Wochen auf Tahiti, Bora Bora und vielleicht noch anderen Inselchen goennen zu koennen.

Es war ein langegehegter Traum meiner, diese Reise ins Paradies zu unternehmen und nun wird er Wirklichkeit werden! Ich habe zwar nicht vor dort ansaessig zu werden wie Herman Melville, der Autor von ‚Moby Dick‘; und erst recht nicht dort zu sterben, wie Paul Gauguin oder Jacques Brel, deren Graeber auf den Marquesas zu finden sind. Doch wer weiss wohin mich der Zauber dieser kleinen Eilande treiben wird…

Ich werde davon jedenfalls ausfuehrlich berichten. Erstmal werde ich mich aber von Australien und seinen spektakulaeren Landschaften verzaubern lassen. Unter der Bedingung natuerlich, dass Anne und ich keine Autopanne mitten im Outback erleiden und einsam in der sengenden Hitze eingehen… Wir sind aber mehr als zuversichtlich, heilen Wesens zurueckzukommen und von aufregenden Erlebnissen berichten zu koennen.  

Seid gespannt… ich bin es sehr!


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Eine Antwort zu “Zum Absch(l)uss freigegeben”

11 01 2008
Die Birte (20:42:26) :

Nun Also;
Thoams auf großer/spannender/sagenumschriebener/fern-ab-jeglicher-Zivilisation-stattfindender/beneidenswerter Reise.

Gute Fahrt!

Denk an dich und empfange dich dann ab Sommer in Hannover in gutbürgerlicher Spießigkeit… (Treffen in der Südsee wird wegen 6Monate Probezeit und damit verbundener Uralubssperre leider nicht funktionieren)

Gruss und so
deine Birte

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