
Nach Tagen des regnerischen und trueben Wetters schien gestern die Sonne in voller Pracht. So beschloss ich, zum Strand zu fahren und mich genuesslich unter der Sonne Australiens auszubreiten. Ich bin an sich nicht der groesste Strandgaenger, doch nach dem miefigen und feuchten Grau der letzten Tage bekam ich gestern richtige Lust auf Sonne, Strand und Meer. Bislang bin ich auch erst ein Mal am Strand gewesen, um mich zu sonnen und zu baden. Ich mag es ja gar nicht zugeben, da ich ja schon seit fast vier Monaten hier bin! Schande ueber mein Haupt, ich weiss…
Jedenfalls bin ich gestern in den Bus gesprungen, der quasi vor meiner Haustuer zu einem der zur Zeit angesagtesten Straende faehrt: Coogee Beach. Im Prinzip nicht viel anders als Bondi Beach, nur etwas breiter und nicht von Weltruf. Es war ueberhaupt nicht ueberfuellt am Strand, was ich eigentlich erwartet hatte; die Leute konzentrieren sich zur Zeit wohl doch eher auf’s Weihnachts-Shopping und Party-Machen. Letzteres ist hier eines der Hauptattribute der Weihnachtszeit, wie mir aufgefallen ist. Wie schon vormals erwaehnt, steht man hier Weihnachten in sehr ausgelassener Stimmung entgegen. Dies fuehrt dazu, dass sich der gemeine Otto-Normal-Australier im Dezember auf diversen Partys gerne betrinkt – auch am hellichten Tag (Christmas-Lunch, etc.) . Auch verkleidet er sich gerne, wie man es bei uns nur zu Karneval machen wuerde oder schmeisst sich in seinen schicksten Fummel, den die Garderobe hergibt.
Weihnachtsmaenner bekommt man hier in Sydney auch bei hochsommerlichen Temperaturen in voller Montur zu sehen und zwar in Form von als eben solche verkleideten Busfahrern! Diese halten dann auch mal zwischen den Haltestellen gerne am Strassenrand, um vorbeikommenden Passanten, wie der Papst in seinem Papamobil, zuzuwinken. Das schaut immer ganz lustig aus und amuesiert vor allem Touristen, die jetzt zur Weihnachszeit verstaerkt auf Sightseeing-Touren durch die Stadt schlendern. So wie ich es heute morgen beobachten konnte, stroemen sie auch in Massen von den Kreuzfahrtschiffen (die jetzt ununterbrochen ein- und auslaufen) um bei Tagesausfluegen die City im Schnelldurchlauf zu durchforsten.

Bald werde auch ich wieder in touristischer Mission unterwegs sein! Ob man es glaubt oder nicht, nach ueber vier Monaten in Sydney geht es am 11. Januar des naechsten Jahres ab nach Alice Springs! Anne und ich werden ab diesem Zeitpunkt zusammen reisen. In Alice Springs verbringen wir eine Nacht und starten dann mit einer dreitaegigen Outback-Tour, die wir schon gebucht haben. Diese Tour fuehrt uns zum Ayers Rock respektive Uluru und beinhaltet auch Uebernachtungen unter freiem Outback-Himmel, yeah! Darauf freuen wir uns beide schon wie kleine Kinder – ungefaehr so, wie man sich gefreut hat, wenn man als kleiner Spund im elterlichen Garten zelten durfte. Demnach so sehr, dass wir uns schon fast in die Hosen machen vor Aufregung! Na ja, ist vielleicht etwas uebertrieben, aber es kommt dem schon sehr nahe.
Nach der Tour werden wir weiter nach Cairns fliegen, um von dort aus unsere Ostkuesten-Tour mit einem Mietwagen zu starten. Was wir dabei genau besichtigen werden, entscheiden wir spontan. Jedenfalls haben wir uns schon umfassend informiert (vor allem bei anderen Backpackern) und wissen zumindest schon, was wir auf keinen Fall sehen wollen, weil es sich nicht lohnt. Genauere Informationen diesbezueglich wird es vor oder waehrend der Reise an dieser Stelle geben.
Ende Januar werden wir wieder in Sydney eintrudeln und als kroenendes Highlight vor Annes Abreise (ja, sie muss am ersten Februar wieder in Deutschland sein – Referendariatsbeginn!) werden wir eine griechische Hochzeit hier in Australien besuchen! Ja, richtig gelesen. Anne wurde von einer Arbeitskollegin eingeladen und nimmt mich als Begleitung mit. Ich bin schon sehr gespannt, wie man hier solch eine Hochzeit feiert und freue mich auf (hoffentlich) griechisches Essen und Booze (wer sich traut, darf letzteres Wort im Woerterbuch nachschlagen).
Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag vor Weihnachten und es gab sogar Weihnachtsgeschenke. Jeder hat eine Flasche Moet Chandon geschenkt bekommen – und diese Schampusflasche wird heute Abend erstmal gekoepft. Fuer Silvester brauche ich die nicht aufzubewahren, weil ich arbeiten werde. Das ist ueberhaupt nicht aergerlich fuer mich, denn erstens bin ich nicht der groesste Silvester-Fan und zweitens wollte ich ja das Feuerwerk an der Harbour Bridge bestaunen. Und wo geht das besser als direkt am Hafen im Wharf Restaurant mit Blick auf eben diese Bruecke? Eben!
In diesem Sinne wuensche ich euch allen einen lichterlohen vierten Advent!




