
Nun neigt sich schon wieder ein Jahr seinem Ende entgegen und (fast) ein jeder wird wohl sagen: Das ist wieder schnell vergangen! Ja, so ist das mit der Zeit. Unaufhaltsam und unaufhoerlich rennt sie und es bedarf schon eines wachen Wesens, um mit ihr mitzuhalten.
Es gibt zum einen die Zeit, die sich mit einem selbst, in der Gegenwart, beeilt. Man rotiert durch die aktuellen Geschehnisse seines Lebens und gleitet auf den Wogen der Zeit dahin; manchmal von einem lauen, oftmals von einem stuermischen Wind getrieben. Doch man schreitet immer bewusst voran.
Zum anderen gibt es die Zeit, die scheinbar nur beim Blick auf die Uhr existiert. Der Alltag, mit seinem konstanten Wesen, weckt einen jeden Morgen auf und bringt jeden Abend die Nachtruhe. Die Zeit dazwischen kumuliert sich erst aus der Rueckschau heraus zu einem Ganzen. Diese Momentaufnahmen, die in unregelmaessigen Abstaenden hervorscheinen, geben einem das Gefuehl, neben der Zeit herzulaufen. Am Ende des Jahres trifft man sich in der Situation des hiesigen Namens ‚New Year’s Eve‘. Man betrachtet die Zeit, man blickt in sich selbst hinein und wenn das Licht hell genug scheint, kann man erkennen, welche Pinselstriche seinem eigenen imaginaeren Portrait auf der Leinwand hinzugefuegt wurden.
Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die vagen Schemen meines Lebens einer Konturierung unterlegen sind und sichtbar an Gestalt gewonnen haben.

Mein Jahr hat eigentlich mit einem Ende angefangen. Die Beendigung meines Arbeitsverhaeltnisses war erstmal eine grosse Erleichterung fuer mich, ist die Arbeit doch immer mehr zu einem Stoerfaktor in meinem Leben mutiert, nachdem sie ihren Zweck erfuellt hatte. Irgendwann bekam ich naemlich das Gefuehl, dass bei mir innerlich nur noch Stillstand herrschte, bliebe ich noch laenger in der ‚Luft‘.
Dann kam die Zeit der Freude, Entspannung, der relativen Verantwortungslosigkeit und Geloestheit. Ich reiste viel herum, unternahm viel mit Freunden, genoss das Zusammensein mit der Familie. Ein grosses Abenteuer wartete auf mich, auf das ich sehr gespannt war. Meine Reise nach Australien kam immer naeher und schon waehrend der letzten Wochen, der Zeit der Abschiednahme von meinen Liebsten, merkte ich, dass dieses eine Jahr Abwesenheit von Zuhause mehr bedeutete, als ich mir bis dahin bewusst geworden war.
Ploetzlich vermisste ich meine Umwelt, die Personen und Persoenlichkeiten, die mich umgaben und die zurueckgelassen hatte, mehr als mir lieb war. Was ich hier in Australien anfangen sollte, wurde mir erst mit den truebsinnigen Tagen und Wochen bewusst, die hier vergingen. Ich war unausgeglichen, orientierungslos und musste jeden Tag mit mir selbst kaempfen, um hier nicht nur koerperlich, sondern auch geistig anzukommen. Dies hatte ich mir zum Ziel gesetzt, nachdem ich feststellen musste, dass der ganze Aufenthalt sonst ueberhaupt keinen Sinn machen wuerde.

Ich gewoehnte mich langsam aber stetig an meine neue Umgebung; lernte neue Menschen kennen, die mich beruehrten, ergriffen, losliessen und praegten. Ich gewann Freunde, musste gleichzeitig mit Merkwuerdigkeiten und schmerzhaften Erfahrungen fertig werden. Ich begann, meine Umwelt zu schaetzen, die Positivitaet zu sehen, die sich hinter allen Anstrengungen, Hindernissen und Widrigkeiten verbirgt. Am Ende ergibt alles einen Sinn.
So hoffe ich, dass das neue Jahr genauso sinnreich weitergeht, wie das aktuelle aufhoert. Ich bin mir bewusst, dass auch in Zukunft nicht immer alles einfach wird, doch freue ich mich darauf, mich den Herausforderungen zu stellen.
Um es ‚aussielike‘ auszudruecken:
Die Wellen meines Lebens werden sich wahrscheinlich noch manches Mal ueberschlagen, doch finde ich immer festeren Halt auf dem Surfbrett zu meinen Fuessen.
Der Surfkurs – er bringt was!
Die Sonne – sie scheint!
*frei nach Easy Anne

dass er noch fuer die Klientel, die auf den letzten Druecker Geschenke braucht, geoeffnet haben wird. Nun denn, ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen und habe einfach Plan B aus dem Aermel gezogen und bin woanders hingegangen, um spontan und improvisatorisch andere Warengueter zu erwerben. Zwischendurch habe ich noch letzte Fotos von den Weihnachtsdekorationen Sydneys geschossen, was ich eigentlich schon vor Tagen gemacht haben wollte. So gibt es hier ein ganz bekanntes Kaufhaus namens David Jones, das in seinem Anspruch mit Harrod’s oder den Galeries LaFayette vergleichbar ist (auch wenn es deren Status nicht erreicht), das ganz opulent eingerichtete Schaufenster besitzt. Dieses Jahr wurde unter Zuhilfenahme von etlichen Marionetten der Nussknacker nachgestellt, in jedem Schaufenster eine andere Szene. Leider musste ich feststellen, dass eben diese Fenster von Menschentrauben umringt waren und das Fotografieren sich dementsprechend schwierig gestaltete. 















