Street (f)art

28 11 2007

Muelltonnengraffiti

Als ich in Sydney ankam, habe ich mich ueber manche Erscheinungen am Strassenrand schon etwas gewundert. Wo sonst kann man auf dem Buergersteig mitten in der Stadt auf umgekippte Einkaufswagen oder an Stromleitungen aufgehaengte Schuhe stossen?

Das mit den Einkaufwagen kann man ja noch als Zufaelle interpretieren, aber zahlreiche Schuhpaare ueber meinem Kopf sprechen eine eindeutige Sprache: Das ist Street art. Ob Vandalismus oder anarchisch angehauchte Form des kuenstlerischen Ausdrucks, das muss jeder selbst fuer sich entscheiden. Tatsache ist aber, dass street art ein Stadtbild enorm auflockern und interessanter machen kann. Sicherlich entspricht es nicht der klassischen Interpretation ‚schoener‘ Kunst, aber Schoenheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und ist ganz wunderbar subjektiv.

Man muss nur die Augen offenhalten, dann kann man ueberall in Sydney Kunstwerke entdecken. Sogar bei mir um die Ecke, in meiner beschaulichen Vorstadt, laesst sich street art ausfindig machen. Ob Legomaennchen, Killer-Eichhoernchen oder Namen von schottischen Bands auf dem Buergersteig, da machen sich manche Leute wohl richtig viele Gedanken und stecken viel Muehe in so etwas rein, habe ich den Eindruck. Meistens muss es bei der Anfertigung dieser Kunst schnell gehen, daher wird sie oft mit Hilfe von Schablonen irgendwohin gesprayt. Man will sich ja nicht erwischen lassen, schliesslich war so etwas schon immer illegal und ein Akt der Anonymitaet (wobei man manchmal ‚leider‘ dazu sagen muss…).

Lego-Darth-VaderMeine Freundinnen Anne und Margret hatten jedoch schon mal das Glueck, zwei Jungs bei der Arbeit zu erwischen. Auf dem Nachhauseweg von einer Party entdeckten sie eine feuchte Spur an einer Hauswand und folgten wohl dem Geruch der Spraydose, um dann auf zwei nette Gemueter mit Schablone und Dose zu stossen. Stelle ich mir ganz lustig vor. Naechtliche Streifzuege durch die Strassen Sydneys sind ueberhaupt praedestiniert fuer die Entdeckung von street art. Was habe ich nicht schon alles gesehen… Ein Mal haben Anne und ich eine Muelltonne auf einem Autodach stehen sehen. Der Besitzer der Tonne wird sich wohl nicht gefreut haben, noch weniger der Besitzer des Autos, doch uns hat dieses Bild tief ergriffen, hehe.

Eigentlich kann man (fast) alles als street art ansehen, was nicht einer staedtebaulichen Verordnung oder gutbuergerlicher Vorgartenspiessigkeit entspricht. Besonders amuesant ist es, wenn die Stadt selbst auf irgendwelche Waende Hinweise draufsprueht, dass man dort doch bitte keine Poster oder Werbung aufhaengen soll – alles klar?!

In einer Ecke der engen Gassen  Melbournes haben die Oeffentlichen es wohl aber schon aufgegeben, solche Hinweise zu geben…  Da war ein ganzer Hinterhof voller Graffiti! Felix und ich hatten uns dort eine Auszeit genommen, um uns zu staerken und alles in Ruhe betrachten zu koennen. Davon gibt es einige Bilder, die ich euch nicht vorenthalten moechte, wie generell keines der Kunstwerke, die ich entdeckt und fotografisch verewigt habe.  Schaut mal bei den Fotos, ihr werdet staunen!

Um nochmals auf die eingangs erwaehnten Einkaufswagen zurueckzukommen – manchmal sind die Dinger ganz praktisch, wenn man zuviel eingekauft hat und es nicht mehr schafft, seine Einkaeufe nach Hause zu tragen. Dann sollte man sich einen der Wagen schnappen und ihn fuer seinen eigentlichen Zweck ‚missbrauchen‘. So wie ich es schon ein paar Mal gemacht habe…

 Unter anderem auch, um Kaenguruh-Steak zu transportieren, dass es bei mir gleich zum Mittagessen gibt. Heute gebe ich mir naemlich mal wieder Muehe beim Kochen, um etwas Vernuenftiges im Magen zu haben.Die Sonne scheint, mir geht es gut und nachher treffe ich mich noch mit Freunden auf ein Bier im Bavarian Bier Cafe. So kann man Tage verbringen…





Wurmnudeln vom Oger

26 11 2007

Campbell’s SoupEssen in Australien kann genauso abenteuerlich und ungewohnt sein wie das Leben und Reisen hier an sich. Heute Abend habe ich eine Dosensuppe, die ich im WakeUp!- Hostel  (alias ehemaliges Zuhause fuer 7 Wochen…) gefunden habe, gegessen. Von Campbell’s, der Firma, die dank Andy Warhol  als Tomatensuppen-Hersteller weltberuehmt wurde. So kunstvoll wie sich die Dosen auf den PopArt-Gemaelden Warhols darstellen, so kuenstlich schmeckte auch die heute Abend verzehrte Suppe. Green Chicken Soup with Worm Noodles, uuhh. Die Suppe war wirklich gruen und hat penetrant nach Haehnchen-Aroma geschmeckt – der bei Herstellern von Fertigessen allseits beliebte Geschmacksverstaerker liess gruessen. Immerhin waren in der Suppe nicht wirklich Wuermer enthalten, obwohl das der Nahrhaftigkeit durchaus gut tun wuerde… 

Nun denn, als Backpacker ist man eigentlich abhaengig von Essen, dass sich schnell und unkompliziert zubereiten laesst. Im Hostel durfte ich in Erfahrung bringen, was man alles aus gewoehnlichem Toast zaubern kann. Vor allem Briten fahren darauf ab, alles nur erdenkliche mit profanem Toastbrot zu sich zu nehmen. Da werden manchmal auch Maccaroni Cheese aus der Dose einfach auf ein Toast geklatscht und verzehrt… Das riecht dann so schoen saeuerlich nach Erbrochenem. Guten Appetit!  

Der australische Lebensmittelhandel wird vorrangig von zwei grossen Ladenketten dominiert: Woolworth’s und Coles. Viel Konkurrenzdruck entsteht da nicht; es scheint, als ob man den Lebensmittelmarkt guetig unter sich aufgeteilt hat und sich gegenseitig duldet. Entsprechend aehnlich sieht das Lebensmittelangebot und die Aufmachung der Laeden aus, beides ist  sehr amerikanisch angehaucht. Milch gibt es auch in drei Liter grossen Plastikkanistern, Joghurt ist hier in der Regel eine reine Chemieploerre und Wurst besteht hier selten aus organischen (tierischen) Bestandteilen. Brot ist allgemein als pappweiches Toast bekannt, aber das ist ja in Holland nicht anders, von daher nichts ungewohntes.

Dafuer gibt es eine groessere Auswahl an Schokoriegeln und Kaenguruhfleisch ist hier alltaegliches Gut und nicht teurer als andere Fleischarten.

Aus Ermangelung kulinarischer Traditionen ist den Australiern die Guete und Vielfaeltigkeit des zu sich Genommenen offensichtlich nicht ganz so wichtig. Daher hatte ich eigentlich eine ueppige Auswahl an Convenience Food erwartet, wie Fertigessen aus der Tiefkuehltruhe hier genannt wird. Aber – oh Wunder – Pustekuchen! Hier gibt es viel weniger Auswahl an Fertigessen als in Deutschland. Und wenn es dann doch mal etwas halbwegs Vernuenftiges gibt, dann ist es so unverschaemt teuer, dass man gleich essen gehen und sich die Muehe des Einkaufens ersparen kann.

So kommt es, dass man sich als Backpacker hauptsaechlich von Nudeln mit Tomatensosse ernaehrt, in vielfaeltigster Ausfuehrung. Vor allem wenn man im Hostel lebt, ist dies die einfachste, schnellste und kostenguenstigste Variante eines ‚normalen‘ Essens. Jeden Tag, wenn es abends im Hostel zum Kochen in die Gemeinschaftskueche ging, konnte ich beobachten, dass mindestens 50 % der kochenden Leute das eben erwaehnte delizioese Mahl zubereiteten. 

Mittlerweile bin ich der Nudeln ueberdruessig geworden und esse sie nicht mehr wirklich mit Appetit. Ja, ich! Ihr habt richtig gelesen, so langsam kann selbst Tortellini-Tom keine Nudeln mehr sehen! Das ist auch der Grund, warum ich angefangen habe selbst richtiges Essen zu kochen. Ich wohne ja jetzt in einem vernuenftigen Haus mit allen Hausgeraeten, die einen soliden Haushalt auszeichnen.  

Ich habe auch ein paar Fotos hochgeladen, die zeigen, wie ich wohne – also schaut rein oder besser gesagt: Haut rein und lasst es euch schmecken!





Bunt, froehlich, ausgelassen – Weihnachten eben!

25 11 2007

Mit Unterhosen…?

Merry Christmas an alle! Heute gibt es ganz sonntaegliche Gruesse, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe heute ganz schoen geschwitzt. Nein, nicht in der Kirche, sondern bei der Weihnachtsparade, die mitten durch die Strassen der Sydneyer Innenstadt ging. Ja, richtig gelesen, hier gibt es zur Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit Paraden.

Wo man bei uns meistens abends gemuetlich ueber den Weihnachtsmarkt schlendert, der in Aachen vor zwei Tagen eroeffnet wurde, feiert man hier ganz ausgelassen und laesst es sich auf ganz andere Art und Weise gut gehen. Weihnachten ist hier nicht ein Fest der Besinnung, so hat man den Eindruck, sondern Zeit des Aufbluehens, der Froehlichkeit und Heiterkeit. Verstaendlich, da hier jetzt der Sommer anfaengt und die Sonne einem gute Laune verspricht. Es scheint so, als ob die Australier das christliche Fest Weihnachten und die Geburt Jesu freudig erwarten wuerden, anstatt in eine nachdenkliche, besinnliche Stimmung zu verfallen, wie es bei uns der Fall ist. Diese Unterschiede werden wohl hauptsaechlich durch das Wetter beeinflusst. Einem Freund hat ein Australier mal erzaehlt, dass er sich gar nicht vorstellen koenne, wie man Weihnachten bei Kaelte und Dunkelheit feiern kann. Also alles Gewohnheitssache, wie man sieht.

Die Parade, die ich heute mit ein paar Freunden besucht habe, wird vom Daily Telegraph organisiert und findet jedes Jahr statt. Es ist wie Karneval oder CSD bei uns, nur zu einem anderen Thema und nicht so opulent, wie ich es erwartet hatte. Die Wagen sind nicht sonderlich fantasiereich geschmueckt und wirkten auf der breiten, abgesperrten Strasse teilweise etwas verloren. Viel Werbung fuer diverse Filme und Laeden war auch dabei, aber das stoerte nicht so sehr, zumal es teilweise recht witzig war. Und auf einem Lkw wurde sogar die Krippenszene mit menschlichen Darstellern dargestellt – sah lustig aus. Es Spass gemacht, zuzuschauen, wie zahlreiche Marschorchester und andere Gruppen und Vereine an einem vorbeizogen. Die deutsche Schule in Sydney hatte auch eine Truppe entsandt. Es wurde viel weihnachtliche Musik gespielt, die bei mir teilweise sogar Gaensehaut erzeugt hat, als ich daran gedacht hatte, wie ihr alle Weihnachten zu Hause ohne mich feiern werdet…

Jesus lebt!

Aber nun denn, ein Mal Weihnachten am Strand, mit Sonne und Meer zu verbringen, hat ja auch was fuer sich. Jedenfalls werde ich das nicht so schnell wieder erleben koennen und daher bin ich froh, das alles hier, auf diese fremde Art und Weise, zu durchleben.

Ansonsten geht es mir soweit gut. Heute bin ich nur etwas traurig, weil mein Mitbewohner, mit dem ich jetzt drei Wochen zusammengewohnt habe, ausgezogen ist. Er wohnt jetzt in der Innenstadt, wo er eine bessere Verkehrsanbindung hat und eine guenstigere Miete zahlt. So habe ich jetzt wieder ein Zimmer fuer mich, was manchmal auch seine Vorteile hat.

Und zum Schluss noch ein Appell an alle: Schickt mir doch mal ein paar Fotos vom Weihnachtsmarkt oder allgemein von der winterlichen Stimmung in Deutschland. Es wuerde mich wahnsinnig freuen! HoHoHo!





Kommst Du heut’ nicht, kommst Du morgen… oder gar nicht.

24 11 2007

Das “System”, hehe…

Wenn man  Frisch in einer neuen Stadt angekommen ist, muss man sich ja erstmal zurechtfinden. Allein die Frage, wie man vom Flughafen in die Stadt kommt, kann dann schon manchmal nur sehr nervenaufreibend beantwortet werden…

Nun denn, wie man den einleitenden Worten entnehmen kann – OEPNV wie es schoen sperrig auf Deutsch heisst – ist eine abenteuerliche Angelegenheit. Hier nennt sich das Ganze einfach nur ‚Public Transport‘ – simpler Ausdruck,  noch simpleres System respektive simple Koepfe, die dahinter stecken. Mag vielleicht etwas zu boshaft klingen, trifft den Punkt aber ziemlich genau. Alles wirkt hier leicht desorganisiert.

Vom Flughafen kommt man nur mit einer privaten Bahn in die Stadt, die dann auch direkt fuenf Mal so viel kostet wie ein gewoehnliches Bahnticket. Ist man zu zweit unterwegs, kann man sich fuer den Preis auch ein komfortables Aussie-Taxi leisten, sprich: in der Regel einen weissen Ford Falcon und keinen elfenbeinfarbenen Mercedes.

In der Stadt angekommen, versucht man dann sich zurechtzufinden im Gewuehl der Busse, Bahnen und Faehren. Ottonormalbackpacker Tom schaut also auf den Fahrplan – und versteht erstmal nur „Bahnhof“. Wirre Listen von Zahlenansammlungen veraenstigen wahrscheinlich jeden, der sie das erste Mal zu Gesicht bekommt, so auch mich. Da liegt es ja nahe, doch mal zur Auskunft zu gehen, die sich in Sydney direkt vor meinem Hostel, in dem ich gewohnt habe, befindet. Als ich das erste Mal da gewesen bin und nach einer Auskunft verlangt hatte, habe ich die Dame hinter dem Fenster beim Haekeln gestoert. Wirklich auskunftswillig war sie nicht. Das zweite Mal sass ein junger Mann hinter dem Fenster, den ich offensichtlich beim Surfen im Internet gestoert habe. Die scheinen hier alle etwas enstpannter zu sein, dachte ich mir.

Das hiess im Umkehrschluss fuer mich, dass ich die ‚try and error‘-Methode anwenden musste. Also mal in den Bus eingestiegen, mal die Bahn genommen und geschaut, wo ich ankam. Nach einiger Zeit begann ich dann die Fahrplaene zu verstehen, die von wohlgeordneter deutscher Logik und Logistik weit entfernt sind, aber na ja, die nehmen das hier nicht so eng. Tickets kann man hier uebrigens an Automaten und beim Busfahrer kaufen und Eingestiegen wird auch nur vorne im Bus, wobei die Busfahrer peinlichst genau darauf achten, dass man ja ein Ticket hat. Dieses muss man naemlich vorne beim Fahrer in einem Automaten abstempeln lassen, wenn man in den Bus einsteigt.

Das mit den Fahrscheinautomaten ist auch so eine Sache. Mal nehmen sie keine Scheine, mal muss man wirklich den passenden Betrag einwerfen, sonst bekommt man kein Rueckgeld und manchmal funktionieren die Dinger auch einfach nicht. Aber das ist hier auch nicht so wichtig, weil man, zumindest wenn man Bahn faehrt, auch ohne Ticket in die Stationen hineinkommt. Zumindest etwas aussehalb der Stadt, in der City gibt es naemlich tatsaechlich ueberall Gates. Wer schon mal in London gewesen ist, weiss, wie die aussehen. Nirgendwo kommt man ohne Ticket rein oder raus. Ganz anders hier. Selbst nagelneue Bahnstationen werden einfach mal ohne Schranken gebaut! Also viel Spass beim Schwarzfahren, welches man hier durchaus gut anwenden kann. Kontrolleure gibt es viele, aber die sind sehr berechenbar. Steigen immer vorne im Zug ein und gehen nach hinten durch. Und uniformiert sind sie auch. Wenn man die Augen aufhaelt, passiert einem in der Regel auch nichts.:-) Da ich aber in der City aussteigen muss, habe ich eh ein Wochenticket. Ein Freund von mir faehrt aber grundsaetzlich schwarz, weil er nur an Bahnstationen ohne Schranken aussteigen muss. Man nutzt die Luecken im System, das lernt man als Backpacker sehr schnell, nicht nur in dieser Hinsicht, hehe. Was die Wochentickets angeht, so kann man diese am Automaten zum halben Preis kaufen, was eigentlich nur fuer australische Studenten und Rentner gedacht ist. Aber da man hier ja eh nicht kontrolliert wird, ist das auch egal. Muss man sich keinen gefaelschten Studentenausweis besorgen, was ich ja in Bangkok haette tun koennen, es aber leider versaeumt habe. So ein Mist.;-)

Zuege sind in der Regel recht puenktlich, Busse dagegen ueberhaupt nicht. So nach dem Motto ‚kommst Du heut nicht, kommst Du morgen‘, kann man sich auf die wirren Fahrplaene, die ich mittlerweile durchschaut habe, eh nicht verlassen. Manchmal kommen drei Busse mit der selben Nummer zur gleichen Zeit an und solche Scherzchen, aber daran gewoehnt man sich. Und was ich vergessen habe zu erwaehnen: Von sich aus halten die Busfahrer hier nicht an, wenn sie jemanden ander Haltestelle stehen sehen. Wenn man den Bus kommen sieht, muss man ihn hier wie ein Taxi heranwinken. Am Anfang kam ich mir dabei ziemlich bloed vor, aber das ist auch vergangen. Man lebt sich halt ein. Letztens bin ich zur Arbeit gefahren und so mir nichts, dir nichts, bremst der Busfahrer beim abbiegen an einer Kreuzung – er hatte eine Haltestelle nicht angefahren, obwohl Passagiere auf ‚Stop‘ gedrueckt hatten. Die durften dann auf der Kreuzung aussteigen. Na ja, immerhin wusste der Busfahrer den Weg. Hier kann es naemlich mal passieren, dass die Busfahrer keine Ahnung haben, wie lang sie fahren muessen, weil sie auf einer neuen Strecke eingesetzt werden. Fuer den Notfall gibt es am Strassenrand kleine gelbe Schilder, die anzeigen, welche Linie wo abbiegen muss. Manchmal hilft aber auch das nicht mehr weiter. Ein Bekannter hat es erlebt, dass ein Fahrgast einem Busfahrer den ganzen Weg ueber die Strecke vorsagen musste… Ahem, ja.

Da denkt man sich doch,  ‚ach, goenne ich mir heute mal ein Taxi‘, die hier nicht so wie z.B. in London uebermaessig teuer sind ‚und erspare mir das ganze Chaos‘. Haha. Ich durfte einem Taxifahrer auch schon den Weg erklaeren, weil er keine Ahnung hatte, wie er fahren sollte. Am besten ist es, wenn man nur mit Stadtplan ins Taxi einsteigt. Navigationssysteme scheinen hier nicht ganz so populaer wie bei uns zu sein…

Na ja, so viel dazu… Hoert sich ein bisschen nach Dritte-Welt-Land an; obwohl die Transportmoeglichkeiten logisch miteinander vernetzt sind, steht man manchmal wie ein Affe da und weiss nicht weiter, weil man keinen Durchblick hat. Aber als tapferer Backpacker gewoehnt man sich an alles. Man stumpft ab und regt sich irgendwann nicht mehr ueber solche Kleinigkeiten auf. Die Australier sind darauf eingestellt, Puenktlichkeit wird hier nicht wirklich erwartet wie bei uns. Strandgemueter eben, die Australier.;-)





Aller Anfang…

23 11 2007

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Hier nun die ersten Worte meines nagelneuen Blogs. Ich habe mir lange Zeit dafuer genommen und mir lange ueberlegt, ob ich mich euch irgendwie mitteilen soll oder nicht. Nun, nachdem drei Monate vergangen sind, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es mir persoenlich gut tun wird, wenn ich euch wissen lasse, wie es mir geht und was ich so mache. So stelle ich mir dann vor, dass ich dann naeher an euch, die ich alle vermisse, bin. Das praktische dabei ist, dass ihr dann ueber alles ( na ja, fast…) bescheid wissen werdet und euch keine Sorgen machen muesst und Gefuehle des Vermissens dadurch auch etwas gelindert werden koenne, so hoffe ich.

Am Anfang, als ich hier angekommen bin, wollte ich eigentlich keinen Kontakt nach Hause. Ich hatte das Gefuehl, dass sobald ich jemands Stimme am Telefon hoere oder irgendwie anders in Kontakt bleibe, direkt nach Hause wollen wuerde. Ich habe es nicht bewusst wahrgenommen, aber im Nachhinein, wenn ich mir die ganze Situation vor Augen halte, dann ist es einfach so, dass mir durch die Abreise klar geworden ist, wie wichtig mir meine Familie und meine Freunde (also alle IHR) sind. Die Distanz ist schon erheblich, man kann nicht einfach so mal zurueckfliegen. Das steckt einfach unterschwellig in mir drin. Mittlerweile bin ich mir dessen bewusst, aber am Anfang hatte ich wirklich damit zu kaempfen; ich wusste nicht, was mit mir los war.

Durch den Blog hoffe ich nun, taeglich viel naeher mit euch und bei euch sein zu koennen. Mir ist jetzt klar respektive ich bin an dem Punkt angekommen, wo der Kontakt zu euch kein Heimweh mehr ausloesen wird, sondern dieses auf ganz wundervolle Art und Weise lindern wird.

Also kommt mit mir auf meine Reise, begleitet mich, lasst uns Spass haben!